Leitfaden für Züchter- Mitgliedschaft und Zuchtbuchführung

An die Entscheidung, eine Pferdezucht zu beginnen, ist eine Mitgliedschaft im Pferdezuchtverband gebunden. Die Leistungen des Verbandes umfassen nicht nur alle Aufgaben der Zuchtbuchführung und Passausstellung, sondern die Kennzeichnung und Identifikation der Pferde, Organisation von Zucht- und Vermarktungsveranstaltungen sowie die aktive Betreuung und Weiterbildung der Mitglieder.

1. Kauf des Pferdes

Zum Eintrag des Besitzerwechsels in den Zuchtpapieren benötigt der Pferdezuchtverband:
- Pferdepass/ Equidenpass
- Eigentumsurkunde
- Kopie des Kaufvertrages oder eine formlose Besitzerklärung

2. Stuteneintragung

Die Zuchtreife erlangt die junge Stute im Alter von 3 Jahren und kann somit in ein Zuchtbuch eingetragen werden. Eine Eintragung im 3. oder 4. Lebensjahr ist günstig, um eine Vergleichbarkeit und Selektion innerhalb der Altersklasse zu haben.

Die Anmeldung zu den regionalen Stuteneintragungen erfolgt über den Zuchtverband oder die örtlichen Zuchtvereine. Die Termine werden in der Verbandszeitschrift „Pferde in Sachsen und Thüringen“ und im Internet veröffentlicht.

Voraussetzungen zur Stuteneintragung:
- altersgemäße Entwicklung und Kondition, guter Pflegezustand
- Gesundheit, frei von ansteckenden Krankheiten
- Impfung gegen Influenza und Tetanus
- optimaler Zustand der Hufe ggf. Hufbeschlag
- der Vorführer sollte Verbandskleidung tragen und in der Lage sein, die Stute sportlich vorteilhaft zu präsentieren
- die Rassen Deutsches Sportpferd und Reitpony werden mit eingeflochtener Mähne vorgestellt

Vorstellung der Stute:
- Vorstellung an der Hand im Schritt und Trab auf dem Dreieck
- Freilaufen in der Halle

Bewertung der Stute durch die Kommission:
Die Kommission besteht aus dem Zuchtleiter, dem Vorsitzenden des Zuchtvereins und einem Rassevertreter.
Die Stute erhält insgesamt 12 Noten von 1-10, wobei 10 die beste Note darstellt (siehe Beispiel Stallbucheinlage).

 

Ab einer Durchschnittsnote von 7,5 qualifiziert sich die Stute zur Verbandsprämienanwärterin und ab einer Note von 8,0 zur Staatsprämienanwärterin.
Voraussetzung für den Titel Verbands- bzw. Staatsprämie ist eine bestandene Leistungsprüfung bis zum 6. Lebensjahr und zusätzlich für die Staatsprämie die Teilnahme am Stutenchampionat.

Mit der Eintragung in das Zuchtbuch ist die Stute aktive Zuchtstute. Das bedeutet, das die Stute jährlich einen Deckschein erhält und dementsprechend berechnet wird.
Soll die Stute im kommenden Jahr nicht bedeckt werden, kann sie bis zum 31.12. des laufenden Jahres abgemeldet werden.
Jungstuten, die das erste Mal zum Hengst gehen, erhalten vom Hengsthalter einen Blanko-Deckschein.
Abgemeldete Stuten können jederzeit wieder zuchtaktiv gemeldet und ein Deckschein beim Pferdezuchtverband angefordert werden.

3. Der Deckschein

Der Deckschein enthält alle notwendigen Informationen zur Stute und dient der Dokumentation der Bedeckung.
Er besteht aus dem Original und drei Durchschlägen.
Bitte geben Sie den kompletten Deckschein beim Hengsthalter ab. Nach erfolgter Bedeckung/ Besamung erhalten Sie das Original und einen Durchschlag für Ihre Unterlagen zurück.
Bitte kontrollieren Sie bei Rückgabe des Deckscheins durch den Hengsthalter die Richtigkeit der Angaben und das letzte Deckdatum!
Das Original (weiß) dient im Folgejahr zur Meldung der Abfohlung und ist ausgefüllt (Geschlecht, Geburtsdatum, Fohlenname, Unterschrift), innerhalb von 28 Tagen nach der Geburt des Fohlens, zum Zuchtverband zu senden.
Bitte bei Nichtträchtigkeit, Verfohlung oder Totgeburt ebenfalls den Deckschein dementsprechend ausfüllen und einsenden.

4. Das Fohlen

Nachzuchtbewertung/ Fohlenschau
Die Fohlenschau dient der Bewertung, Kennzeichnung und Dokumentation der geborenen Fohlen und findet im Geburtsjahr bei Fuß der Mutterstute statt.
Für spät geborene Fohlen werden Nachbrenntermine ohne Bewertung im Herbst angeboten.
Fohlen, die nicht im Geburtsjahr beim Verband registriert worden sind, müssen im Folgejahr die Abstammung mittels DNA-Verfahren nachweisen.
Die Anmeldung zur regionalen Fohlenschau erfolgt beim örtlichen Zuchtverein oder beim Pferdezuchtverband. Die Termine werden in der Verbandszeitschrift „Pferde in Sachsen und Thüringen“und im Internet veröffentlicht.

Zur Fohlenschau wird das Fohlen registriert und gekennzeichnet:
- verbale Aufnahme von Farbe und Abzeichen
- Erstellung der Grafik
- Kennzeichnung durch Mikrochip
- zusätzlich Kennzeichnung durch Heißbrand nach Züchterentscheidung

Vorstellung der Fohlen
- Gesundheit, frei von ansteckenden Krankheiten
- Impfung der Mutterstute gegen Influenza und Tetanus
- optimaler Futter- und Pflegezustand von Stute und Fohlen
- der Vorführer sollte Verbandskleidung tragen und in der Lage sein, die Pferde sportlich vorteilhaft zu präsentieren
- die Rassen Deutsches Sportpferd und Reitpony werden mit eingeflochtener Mähne vorgestellt
- das Fohlen läuft am Fohlengurt an der Mutterstute oder wird von einer zweiten Person geführt, um Unfälle mit freilaufenden Fohlen zu vermeiden
-eine Hilfsperson und Peitschenführer sind von Vorteil, um den Vorführer beim Lösen, Treiben und Einfangen des Fohlens zu unterstützen
- das Fohlen wird je nach örtlichen Gegebenheiten im Freilaufen neben der Mutterstute vorgestellt

Bewertung durch die Kommission
Die Kommission besteht aus dem Zuchtleiter, dem Vorsitzenden des Zuchtvereins und einem Rassevertreter.
Das Fohlen erhält je eine Note für Typ, Exterieur und Bewegung, wobei 10 die beste Note darstellt.

- Notensumme 23 bis 25: Prämienfohlen
- Notensumme 26 und besser: 1-a Fohlen

1-a Fohlen erhalten die Einladung zum Fohlenchampionat der Zuchtbezirke Sachsen und Thüringen. Den Titel Championatsfohlen erhalten sie, bei Teilnahme am Fohlenchampionat.
Auf den Fohlenchampionaten können sich die Teilnehmer der Rassen Deutsches Sportpferd und Haflinger zu den süddeutschen Fohlenchampionaten qualifizieren.
Zum deutschen Fohlenchampionat für Reitpferde und Reitponys erfolgt eine Auswahl der Fohlen über separate Qualifikationsveranstaltungen.

Ausstellung der Fohlenpapiere
Der Pferdepass und die Eigentumsurkunde gehen dem Züchter nach der Registrierung und Kennzeichnung des Fohlens automatisch zu. Der Versand erfolgt per Nachnahme oder per Einschreiben, wenn eine Einzugsermächtigung vorliegt.
Bitte prüfen Sie nach Erhalt den Pferdepass auf Vollständigkeit und Richtigkeit!
Der Pferdepass und die Eigentumsurkunde gehören bis zum Lebensende zum Pferd und werden bei jedem Besitzerwechsel mitgegeben.