Der letzte Weg

Die Verantwortung für unser Pferd reicht bis zum Lebensende hin.
Der bewusste Pferdebesitzer fällt die Entscheidung über die Tötung gewissenhaft.
Oft wird versucht, diese Entscheidung abzuwälzen, indem alte oder im Gesundheitszustand gehandicapte Pferde als „Beistellpferde“ angeboten oder auf Gnadenhöfe abgestellt werden.
Das Pferd bis zum Tod zu begleiten sollte Ehrensache sein, da das Pferd für uns seinen Dienst geleistet hat.
Es gilt, den richtigen Zeitpunkt und die richtige Methode zu wählen, um das Tier nicht leiden zu lassen.

1. Schlachtung

Der Transport zum Schlachter geht meist reibungslos, da das Pferd schon öfter transportiert wurde. Am besten man sucht sich einen Schlachter in der Nähe und bringt das Pferd selbst hin. Versuchen Sie, ihre eigene Unruhe nicht zu übertragen. Wenn das nicht möglich ist, beauftragen Sie eine Vertrauensperson, die Ihr Pferd begleitet. Nur so können Sie lange Schlachttransporte und Qualen vermeiden. Es gibt gute Schlachtbetriebe, wo der Pferdebesitzer bis zum Tod des Tieres warten kann.
Wenn Sie das nicht wollen, vereinbaren Sie einen Termin und der Schlachter holt das Pferd vom Hof ab.
Durch Bolzenschuss wird in Sekundenschnelle das Hirn zerstört, die Reflexe ausgeschalten und das Pferd fällt zu Boden. Der Schlachter eröffnet die Halsschlagader und lässt das Pferd ausbluten. Diese Methode ist sehr schnell und das Pferd ist sofort tot.
Vom Schlachter erhält man einen Schlachtpreis, der sich in der Regel nach dem Gewicht des Pferdes richtet.
Kontaktdaten von Rossschlächtereien erhalten Sie beim Pferdezuchtverband.

2. Einschläfern mittels Spritze

Diese Methode ist meist für den Pferdebesitzer der erträglichere Tod, das Pferd stirbt aber bei fachgerechter Ausführung schnell, egal ob Schlachtung oder Spritze.
Beim Einschläfern kann das Pferd in seiner gewohnten Umgebung verbleiben oder es wird angewendet, wenn das Pferd nicht mehr transportfähig ist.
Bei der Euthanasie erhält das Pferd eine Überdosis eines Narkosemittels und kurz darauf ein atmungslähmendes Gift. Das Pferd stürzt zu Boden und ist währenddessen meist schon gehirntot. Diese sogenannte Sturznarkose geht schneller vor sich, als wenn sich das Pferd langsam niederlegen soll, was zwar für den Menschen friedlicher aussieht, aber länger dauert und qualvoller ist.
Dem toten Pferd werden die Eisen abgenommen und die Tierkörperbeseitigung ist rechtzeitig zu bestellen. Die Kosten belaufen sich auf Tierarzt, Hufschmied und Tierkörperbeseitigung.
Die Kontaktdaten der Tierkörperbeseitigung erhalten Sie ebenfalls beim Pferdezuchtverband.

3. Eintragung im Pferdepass

Der Pferdepass enthält den sogenannten Arzneimittelanhang. Dort entscheidet der jeweilige Pferdebesitzer über den Status Schlachtung oder Nicht-Schlachtung.

Wenn Sie sich für die Schlachtung entscheiden, dürfen einige wenige Medikamente nicht eingesetzt werden, bei anderen Medikamenten muss der Tierarzt die Behandlung im Teil III-B des Arzneimittelanhanges vermerken, da Wartefristen bis zur Schlachtung eingehalten werden müssen. Um welche Medikamente es sich handelt, sehen Sie auf der letzten Seite des Arzneimittelanhanges. Alle weiteren Fragen kann Ihr Tierarzt beantworten. Diese Entscheidung kann widerrufen werden.

Wenn Sie sich für die Nicht-Schlachtung entscheiden, kann Ihr Pferd vom Tierarzt mit allen zugelassenen Medikamenten behandelt werden. Diese Entscheidung ist unwiderruflich und gilt auch für einen evtl. späteren Besitzer.

Bei einem Verkauf des Pferdes muss der neue Besitzer Ihre Entscheidung immer gegenzeichnen, er kann auch den Status von einem Schlachttier zu einem Nicht-Schlachttier ändern.

Wir empfehlen Ihnen, sich (zunächst) für den Status Schlachttier zu entscheiden, da eine Änderung dieses Status jederzeit möglich ist.

4. Verbleib des Pferdepass

Der Pferdepass und die Eigentumsurkunde gehören bis zum Lebensende zum Pferd und bleiben Eigentum des ausstellenden Verbandes.
Diese Dokumente werden bei jedem Besitzerwechsel mitgegeben und vom neuen Besitzer dem Verband zur Umschreibung vorgelegt.
Bei Schlachtung behält der Schlachter den Pferdepass ein und übergibt ihn in der Regel dem Veterinäramt. Das Pferd ist formlos schriftlich oder mittels Eigentumsurkunde beim Pferdezuchtverband abzumelden.
Bei Verendung des Pferdes oder bei Tötung durch Spritze senden Sie den Pferdepass mit entsprechendem Vermerk an den ausstellenden Verband zurück.