Eine Besonderheit aus Sachsen und Thüringen

Eine besondere und inzwischen auch wieder quantitativ bedeutende Rasse ist das Schwere Warmblut. Dabei wäre es vor einiger Zeit beinahe zu Ende gewesen, denn die Umzüchtungsbestrebungen zum Reitpferd führten dazu, dass die Reinzucht des Schweren Warmblutes durch staatliche Stellen verboten wurde. Der damaligen Landstallmeisterin Dr. Herta Steiner ist es zu verdanken, dass neben den von passionierten Züchtern erhaltenen Stuten auch einige Hengste dem Kastrationszwang entgingen. Als nach 1980 dann wieder Bedarf an einem speziell für Fahrzwecke geeigneten Pferd entstand, wurden die verbliebenen Zuchttiere aus der "Kiste" geholt. Es entstand eine Population, die neben Fahreignung und Bewegungsstärke auch mit Vitalität, Fruchtbarkeit, Charakter und fasst ausschließlich dunkler Farbe beeindruckt, was sie allgemein sehr begehrt macht und nach 1990 zu einer kleinen Renaissance führte. Heute sind so in Sachsen und Thüringen wieder über 1000 Stuten eingetragen und mit gutem Material werden andere Zuchtgebiete wie z.B. das ehemalige Originalzuchtgebiet Alt-Oldenburg/Ostfriesland beeinflusst. Nicht zuletzt wegen der strengen Reinzucht sind die "Moritzburger" in anderen Zuchtgebieten sehr beliebt. Die durch scharfe Selektion entstandene Ausgeglichenheit und Vererbungssicherheit wird dabei sehr geschätzt.

Das Schwere Warmblut im Sport

Die sportliche Eignung der Schweren Warmblüter stellen sie selbst immer wieder unter Beweis: auf fast allen Turnierplätzen der Welt, auf denen es in Fahrprüfungen um Medaillen und Schleifen geht, sind sie dabei. So sind in den vergangenen Jahren auf fast allen nationalen und internationalen Championaten Medaillen durch Schwere Warmblüter gewonnen wurden. Höhepunkt im Jahr 2004 waren die Deutschen Meisterschaften der Zweispänner, die von Mario Junghanns mit seinen Stuten Erbin, Elvira und Felizia gewonnen wurde. Auch die Gespanne auf dem zweiten, dem vierten sowie zwei weiteren Plätzen unter den ersten zehn bestanden aus Schweren Warmblütern.

Um die Nachwuchspferde dieser Rasse ins rechte Licht zu rücken, wird seit 2002 das Bundeschampionat des Schweren Warmblutes in Moritzburg durchgeführt. In Anlehnung und als Ergänzung der Bundeschampionate in Warendorf hat sich die Veranstaltung zu einem wirklichen Event für Fahrsportfans entwickelt und lockt von Jahr zu Jahr eine größere Schar an Zuschauern an. Ergänzt wird diese Veranstaltung im Jahr 2005 erstmals durch das Bundeschampionat des Deutschen Fahrponys.