Eine existenzbedrohte Pferderasse

KaltblutstuteKaltblutstute

In den vergangenen 50 Jahren veränderten sich die Einsatzmöglichkeiten für das Kaltblutpferd fast vollständig. Für die in Sachsen und Thüringen bodenständige Rheinisch-Deutsche Kaltblutrasse bedeutete der Verlust der "Arbeitsplätze" einen Rückgang von ca. 4500 Stuten 1949 auf 340 Stuten 2004.

Vor allem dank der Passion einiger weniger Züchter, sowie des staatlichen Engagements in der sächsischen Gestütsverwaltung und der Bereitstellung von Fördermitteln zum Erhalt der existenzbedrohten Rasse konnte das Aussterben verhindert werden. Besonders schwierig war die Zeit zwischen 1990 und 1995. In dieser Zeit der Umstrukturierung der Landwirtschaft nach der Wiedervereinigung der BRD und der DDR kam es zum Ausverkauf der Kaltblutzucht in Sachsen.

Im Landgestüt Moritzburg und in passionierten Zuchtbetrieben, von denen besonders die Agrargenossenschaft Großenlupnitz, das Landgut "Elbeland" Axien und die Brücker Agrar GmbH hervorzuheben sind, blieben die wertvollen Gene von Advokat, Espoir de Lorette, Gin cocktail de velm und Gaulois de la Neuville erhalten. Acht Hengste des Landgestütes und inzwischen wieder 18 Hengste im Privatbesitz garantieren auch mit dem kleinen Stutenbestand eine qualitätvolle Reproduktion.

Kaltblut

Die Nachfrage nach Pferden dieser Rasse ist in der letzten Zeit recht gut gewesen. Insbesondere durch verschiedene Aktivitäten der passionierten Kaltblutzüchter hat sich eine kleine "Fangemeinde" etabliert, in der die Kaltblüter aus Sachsen und Thüringen zu den verschiedensten Zwecken eingesetzt werden. Mit dieser Entwicklung bleibt zu hoffen, dass das Kulturgut "Kaltblutpferd" in Sachsen und Thüringen auch langfristig eine gesicherte Existenz erreicht.